Kulturen
im Konflikt?
Wir sind gleichzeitig Zeugen und Akteure in einem gigantischen,
grenzüberschreitenden und globalen Kommunikationsprozess, der
Menschen, Institutionen und Länder weltweit vernetzt.
Durch den Prozess der Globalisierung wird eine
umfassende Transformation aller Einrichtungen unserer Gesellschaft
in Gang gesetzt, auch kulturelle Veränderungen geraten in diesen
Sog. Einerseits wird Globalisierung als Chance für die wachsende
Weltwirtschaft, ja sogar für einen Weltfrieden angesehen, andererseits
bringt sie große Verunsicherungen mit sich, weil traditionelle
Vorstellungen von Staat, Heimat, kultureller und religiöser
Eigenart als Grundlage persönlicher Identitätsbildung
verloren zu gehen drohen. Gegen den Prozess der Globalisierung formt
sich zunehmend weltweiter Widerstand, der sich vor allem gegen die
ungerechte Weltwirtschaftsordnung und gegen den Verlust kultureller
Identität richtet.
Ein Dialog der Kulturen über gemeinsame Überlebensbedingungen
im Zeitalter der Globalisierung scheint angesichts von Krisen und
Konflikten mit Weltbedeutung notwendig.
Konflikte zwischen Völkern, Kulturen, Stämmen,
Familien und Personen sind nichts Neues. Neu ist heutzutage das
wachsende Bewusstsein über die Gefährdung des globalen
Gleichgewichts durch die weltweiten Folgen solcher Konflikte. Neu
ist die wachsende Einsicht, dass Streit und Krieg nichts lösen,
sondern den Konflikt verschärfen und dass die Streitparteien
in der Regel am besten in der Lage sind, ihre Konflikte selber -
allenfalls unter Zuhilfenahme von MediatorInnen - auszuhandeln.
Die gegenwärtige Popularität von Mediation
ist als Ausdruck der Sehnsucht der Menschen zu verstehen, Konflikte
zu regeln und Zerstörungen zu vermeiden, d. h. letztlich eigene
Bedrohungen von sich fernzuhalten, wohl wissend, dass wir in einer
global vernetzten Welt alle von ihren Auswirkungen betroffen sind.
Die 3. Wiener Konferenz für Mediation greift
diese Zusammenhänge auf:
Der Eröffnungsabend ist dem Thema "Kulturen verstehen"
gewidmet und soll unsere Wahrnehmung für fremde Kulturen schärfen.
- Der 1. Tag geht der Frag nach "Wem gehört die Welt?" und analysiert Machtstrukturen und Aspekte des Segens oder Fluchs im Globalisierungsprozess.
- Der 2. Tag handelt von Beispielen der Konfliktregelung in Kulturen und von Kulturen in der Mediation
- Der 3. Tag richtet unseren Blick mit der Frage "Wohin geht die Reise?" auf zukünftige Entwicklungen, auf Konflikte, die produktiv oder zerstörerisch enden.
Die 3. Wr. Konferenz für Mediation wendet sich an:
- MediatorInnen und MediatorInnen in Ausbildung
- Fachleute aus Bereichen der Wirtschaft, Umwelt und Planung, Bildung, Medien und Kommunikation
- EntscheidungsträgerInnen aus den Bereichen Politik, öffentliche Verwaltung und internationale Beziehungen
- VertreterInnen aus den Bereichen Wissenschaft, Schule, Sozialwesen und Religionsgemeinschaften
- MitarbeiterInnen aus NGO's, Bürgerinitiativen, Integrations- und Migrationsprojekten
Bei der 3. Wr. Konferenz für Mediation wird in Vorlesungen,
Seminaren und Workshops beispielhaft die Vielfältigkeit, Widersprüchlichkeit
und Konflikthaftigkeit menschlichen Zusammenlebens vorgestellt.
Die ReferentInnen und WorkshopleiterInnen geben Einsicht in ihr
Bemühen, Menschen verschiedener Kulturen zu verstehen und Konflikte
zu regeln.
Programm: Prekongress: 23. und 24. September
2003
Mittwoch, 24. September 2003 ab 18:00 Uhr
Festakt: »Kulturen verstehen«
Eröffnung: Prof. Dr. Maya Nadig (D) und Prof. Dr. Joseph Duss-von
Werdt (CH)
Donnerstag, 25. September 2003
»Wem gehört die Welt? Globalisierung: Segen oder Fluch«
Freitag, 26. September 2003
»Konfliktregelung in Kulturen - Kulturen in der Mediation«
Samstag, 27. September 2003
»Wohin geht die Reise? - Zukunft im Konflikt«
Es sind Hauptreferate, Workshops, Paneldiskussionen und Präsentationen
mit österreichischen und internationalen ReferentInnen vorgesehen.
Ausführliche Informationen können Sie dem Programmheft
entnehmen. Dokumente
zum Herunterladen
ÜBERSICHT Kongresse ReferentInnen
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