«Die Bindungstheorie begreift das Streben nach engen emotionalen
Beziehungen als spezifisch menschliches, schon beim Neugeborenen
angelegtes, bis ins hohe Alter vorhandenes Grundelement.»
John Bowlby, 1988
«Patienten, die an psychischen Störungen leiden - seien
es psychoneurotische, soziopathische oder psychotische, zeigen immer
eine Beeinträchtigung der Fähigkeit zu effektiven Bindungen...»
John Bowlby, 1988
Die Bindungstheorie, vom englischen Psychoanalytiker John Bowlby
entwickelt, zeichnet sich durch reichhaltige Anwendungsmöglichkeiten
in den Bereichen Psychotherapie, Sozialpädagogik, Diagnostik,
Familienarbeit, Elternberatung, Erziehung etc. aus. In Österreich
hat die Bindungstheorie im Gegensatz zu Deutschland und den USA
bisher kaum Eingang gefunden in die Praxis der Psychosozialen Arbeit.
Die Fachtagung hat das Ziel, die Potenziale der Bindungstheorie
auch hierzulande bekannt und nutzbar zu machen. In Vorträgen,
Workshops und im Präkongress wird aufgezeigt, mit welchen Theoriemodellen
die Bindungstheorie arbeitet und wie sie in der Praxis eingesetzt
werden kann.
Auf die praktische Umsetzung wird besonderer Wert gelegt, u.a.
auf «Bindungsmuster in Familien, Bindungsmuster und Verhaltensstörungen,
Bindungsparadoxien zwischen Liebe und Gewalt, die Beiträge
der Bindungstheorie zum Problem der Fremdunterbringung und zu Konflikten
bei Ablösung und Verselbständigung, die Anwendbarkeit
der Bindungstheorie in der Diagnostik, in der Elternberatung, im
Kindergarten, in der Schule, in der Scheidungsberatung, in der Drogenarbeit,
in der Täter-Opfer-Arbeit etc.»
Die Fachtagung wendet sich an Fachleute aus den Bereichen Sozialpädagogik,
Soziale Arbeit, Kindergartenpädagogik, Schulpädagogik,
Psychotherapie und Psychologie, Familien- und Elternberatung sowie
an EntscheidungsträgerInnen und verantwortliche LeiterInnen
psychosozialer Dienste und an interessierte Eltern.
Organisation
Dr. Klaus Rückert, Werner Mayer, Marlies Egle, Klaus Hartmann,
Iris Rückert-Possél